Aus Sicht der Hirnforschung lernen Kinder am Besten, wenn sie ihre wirklichen Fragen in Zusammenhängen und mit eigener Begeisterung selbst erforschen, fühlen und beantworten können. Langanhaltende Lernerfahrungen entstehen aus einer persönlichen Bedeutung. Im kindlichen Staunen entwickelt sich die Energie für das Untersuchen. In der bewussten Aufmerksamkeit für die tatsächlichen Fragen, Interessen und Wünsche der einzelnen Kinder, sowie dem Prinzip des gemeinsamen Denkens, nähern wir uns ihren Gedanken, lösen Handlungsprozesse aus oder setzen sie fort. Kinder verfügen über unterschiedliches Vorwissen und Vorerfahrungen. Es entstehen „Entdeckerprojekte“, deren Ideen aus den Kindern stammen, die sprudeln, sich vertiefen, verändern und Flow erzeugen. Sie sind Untersuchungen eines anfänglichen Themas, das einige Tage oder mehrere Wochen umfassen kann. Für das Entstehen eines Projektes reicht das anfängliche Interesse eines Kindes. Vielleicht fühlen sich andere Kinder gleich oder später inspiriert, sind mit der Thematik noch nie in Berührung gekommen oder möchten erst mal aus sicherer Distanz zuschauen. Das Thema kann sich in unvorhergesehene Richtungen entwickeln, weil Zusammenhänge neue spannende Fragen aufwerfen. Offenheit, Flexibilität und Neugier sind die Motivation um gemeinsam Erklärungen zu suchen, Freude am kreativen Gestalten zu haben oder sich mit allen Sinnen auszudrücken. Immer ist der Prozess das Ziel. Kinder lernen, wie sie sich Fragen nähern können, wie miteinander Neues entsteht, dass andere Kinder anders denken oder andere Erfahrungen haben, wo sie sich Unterstützung holen können, wie sie ihre Aktivitäten steuern und aufeinander aufbauend gestalten können.
Während des Projektes werden Lernschritte bildlich dokumentiert. Das schafft Transparenz und Einladung währenddessen und im Nachgang Bewusstsein für das große Ganze, macht Lernen sichtbar, erzeugt sprachliche Reflektion und erfüllt Kinder mit innerer Stärke und äußerer Wertschätzung.